Kalligraphiematerial

Grundausstattung für Breitfederkalligraphie

– FEDERHALTER vorzugsweise mit Hebel
– BANDZUGFEDERN 1 mm, 2 mm, 2,5 mm, 3 mm: vorzugsweise von „Leonardt“
– ZAHNBÜRSTE zum Reinigen der Feder
– HAARPINSEL zum Füllen der Feder, je nach Hersteller ca. Nr. 6-10, Schulqualität genügt
(Rinder- oder Synthetikhaar)

– TINTE IM GLAS, z.B. Pelikan 4001, Herbin, Parker, Montblanc. Schwarz und 1 beliebige
Farbe. Keine Tuschen! Sie enthalten Schellack und verkleben die Federspitze!

oder

– GOUACHEN (Deckfarben in Künstlerqualität)
Für Kalligraphie geeignet sind folgende Produkte:

  • Schmincke ´Calligraphy´
  • Schmincke ´Horadam´
  • Linel (Lefranc Bourgeois)
  • Talens Extra Fine (Tuben)

Achtung: preisgünstigere Studienfarben, z.B. ˋSchmincke Akademie´ sind ungeeignet, sie
enthalten höhere Mengen an Füllstoffen und fließen nicht ausreichend.

Folgend Farbtöne sind empfehlenswert: Titanweiß, Kadmiumgelb hell oder zitron, Zinnoberrot,
Krapp- oder Chinesischrot, Ultramarinblau dunkel, Preußischblau (= Pariserblau), Siena
gebrannt, Goldocker, Umbra gebrannt, Elfenbeinschwarz

– GEFÄSSE: ideal sind 20 ml Marmeladengläschen oder eine Palette mit Vertiefungen
– TUCH aus Baumwolle, gut saugend
– BLEISTIFTE HB, 3B, RADIERGUMMI (z.B. ´Marsplastik´ von Staedtler), DOSENSPITZER
– LINEAL 30cm oder länger bzw. großes GEODREIECK

– WEITERES (optional): Falzbein (zum Rillen und Falzen von Papier), Ahle (zum Rillen von
Papier, Stechen von Abständen), Stahlschiene 1m lang (für Schneidearbeiten),
Reißschiene/Zeichenschiene (für Lineaturen), Radierstifte verschiedener Härten und Stärken,
kleines Stanleymesser/Cutter mit Ersatzklingen, Knetgummi (Faber Castell), Ochsengalle
(Netzmittel, verbessert die Fließeigenschaften von Gouachen), Gummi Arabicum (Bindemittel,         für schwach abgebundene Farben), Kalligraphische Füllfedern z.B. Pilot Parallel Pen,
Automatic Pens verschiedener Breiten

*Bandzugfedern können im Kurs um €0,70/Stück erworben werden. Pilot Parallel Pen mit Patronen, Automatic Pen und Gouachen (Schmincke Calligraphy und Linel) stehen gegen einen Unkostenbeitrag von €2,- zur Verfügung.

Papiere

○ Kariertes Papier: A4-Hefte von Clairefontaine. Besonders glatt, für alle Tinten geeignet

○ Skizzenpapier: Canson XL- Blöcke 90g/m², div. Formate. leicht cremefarbig, etwas griffiges
Papier, Durchpausen möglich, für alle Schreibflüssigkeiten und Stifte geeignet

○ De Geerts Briefpapier 130g/m², warmweiß, kleine (19 x 29,5 cm) und große
(23 x 35 cm) Bögen. Bei Boesner. Für kleinere Arbeiten, flache Prägungen. Eine Seite glatt,
eine Seite mit Ingres-Struktur, 4-seitiger feiner Schöpfrand, schlanke Proportion
(nicht DIN-genormt) Passende Kuverts.

○ Transparentpapier: Blöcke DIN A4 oder DIN A3, div. Grammaturen z.B. von Canson
oder Schoellershammer. 80g/m² ausreichend. Durchsichtiges Papier, für Entwurfsarbeiten
und Übungen, Lineaturen am Leuchtpult.

○ Layoutpapier: Blöcke in DIN A4 oder DIN A3, ca. 70g/m², von Canson oder
Schoellershammer. Weißes, hochglattes Papier zum Durchpausen.

A Q U A R E L L B Ü T T E N P A P I E R E

○ Fabriano Artistico Aquarellbüttenkarton satiniert, z.B. 300g/m² für Billetts oder größere
Arbeiten, Einzelbögen 56 x 76 cm, traditional white (leicht cremefarbig)
oder extra white (warmweiß)

D R U C K B Ü T T E N P A P I E R E

○ Canson Edition Druckbütten 250g/m², 56 x 76 cm, leicht griffige Oberfläche, gut für
Handprägung und Billetts geeignet

○ BFK Rives Büttenkarton: weiches, feinrauhes Druckpapier, 4-seitiger Büttenrand, in
verschiedenen Gramaturen und Farben (weiß, cremeweiß, creme, sand, grau, schwarz)
und Größen verfügbar

○ Arches Ingres MBM 130g/m², feinrauhes Papier, in verschiedenen Formaten erhältlich

F A R B I G E    P A P I E R E

○ Canson Mi-Teintes 160g/m², 50 x 65 cm. Hart, glatt, leicht strukturiert. Gut geeignet für
Schrift und 3D-Faltarbeiten.

○ Ingresbüttenpapiere von Hahnemühle oder Zerkall: zarte Papiere (90-100g/m²) mit klassischer
Linienstruktur vom Schöpfsieb in div. Farben, samtig-griffige Oberfläche

Fachliteratur zu Kalligraphie und Schriftgeschichte

Da eine enorme Fülle an Fachbüchern zur Kalligraphie angeboten wird, die es dem Einsteiger in die Materie schwer macht, didaktisch klug gemachte Literatur mit guten Vorlagen sowie historisch detaillierte und zugleich gut geschriebene Fachbücher von weniger fundiertem Material zu unterscheiden, sollen hier einige Klassiker genannt werden, aus denen man immer wieder neu schöpfen kann.
Der Großteil ist nur mehr antiquarisch (A) zu erwerben, was aber über Plattformen wie booklooker, abebooks, medimops etc. einfach zu bewerkstelligen ist. Einige Titel sind auch neu (N) erhältlich.

(A) HARRIS, David: Die Kunst des Schreibens. Starnberg:
Dorling Kindersley 2008
Ideal für das Selbststudium: Exzellente didaktische Anleitungen für 17 klassische
europäische Buchschriften mit jeweils einer Doppelseite zur geschichtlichen Entwicklung
und Form. Inklusive Englischer Schreibschrift (Copperplate) und Römischer Kapitals
nach E.M. Catich

(N) POTT, Gottfried: Schön schreiben können. Mainz: Hermann Schmidt 2018
Inhaltlich völlig deckungsgleich mit dem Vorgänger: Kalligrafie – Erste Hilfe und
Schrifttraining, bietet dieser Band ausgezeichnete Anleitungen in Text und Bild zu 9 Schriften,
sämtliche Vorlagen aus der charakteristischen Hand von Pott.
Der Folgeband: Kalligrafie- Intensivtraining, ist antiquarisch verfügbar.

(N) JOHNSTON, Edward: Writing & Illuminating & Lettering.
Dover Publications 2017
Ein Klassiker, erstmals erschienen 1906 und von Johnstons Schülerin Anna Simons ins
Deutsche übersetzt, bietet seinen Schatz als Taschenbuch wieder an: von der Anleitung zum
Pultbau über Federnschnitt, Vergolden und Pergamentzurichten bis zu Seitenlayout und
Zierformen ist alles vorhanden und jedes Detail aus der eigenhändigen Praxis des Autors
erwachsen.

(N) CATICH, Edward Michael: The Origin of the Serif.
St. Ambrose University,1991
Das legendäre Werk des Kalligraphen / Paläographen / Priesters Catich, das in den 1960er-
Jahren mit seiner „Pinsel-Theorie“ in Fachkreisen für Aufruhr gesorgt hat: Wer das Schreiben
der römischen Kapitalis mit dem Pinsel von Grund auf verstehen und erarbeiten möchte, kann
nur bei Catich in die Lehre gehen.

(A) JACKSON, Donald: Alphabet. Die Geschichte vom Schreiben.
Wolfgang Krüger 1981
Der Kalligraph des Englischen Königshauses erzählt aus der Perspektive des Praktikers
fundiert und spannend die Geschichte unserer Schriften, von der Keilschrift bis ins
20. Jahrhundert.
Auch im englischen Original (The Story of Writing) erhältlich.

(A) KAPR, Albert: Schriftkunst. Geschichte, Anatomie und Schönheit der
lateinischen Buchstaben. Dresden: Verlag der Kunst 1996
Mit sächsischer Akribie und enormer Hingabe an das Sujet schildert Kapr in diesem Wälzer
die Entwicklung der lateinschen Schrift von der Hand- zur Druckschrift. Ein Nachschlage-
werk vom Feinsten.

(A) TSCHICHOLD, Jan: Meisterbuch der Schrift. Hamburg: Nikol Verlags Ges.mbH 2011 (Ältere Ausgaben: Ravensburger Verlag)
Ein weiterer Sachse, diesmal mit kalligraphischer und schriftgestalterischer Praxis, der sich vom typographischen Revolutionär zum schrift- und buchgestalterischen Puristen mit fundiertesten historischen Kenntnissen gewandelt hat, faßte in diesem Bildband mit knappen historischen Informationen die besten Beispiele europäischer Buchschriften (Hand- aber v.a. Druckschriften) zusammen.